Schützen-Wallfahrt nach Rom und in den Vatikan im Mai 2025

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Unser Ehrenpräsident Robert Brintrup brach Ende Mai zu einer Schützen-Wallfahrt nach Rom und in den Vatikan auf. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen seines nachfolgenden Erfahrungsberichts.


Auf der Homepage des Bundes Historischer Deutscher Schützenbruderschaften sah ich einen Hinweis und das Programm für eine Wallfahrt der Schützen nach Rom und zum Vatikan. Das Programm des Veranstalters, der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS) mit einer Papstaudienz, einer Messe im Petersdom sowie einem Besuch am Grab unseres Schutzpatrons St. Sebastianus in der Chiesa di San Sebastian schien interessant.

Außerdem reizten die gemeinsame Zeit und der Austausch mit Schützen aus verschiedenen Diözesen des BDHS und dem europäischen Ausland. Ausschlaggebend für meine Teilnahme war schließlich die Reisebuchung eines Schützenkameraden aus der Nachbargemeinde. Unser Fazit: Wir haben die sehr stimmungsvollen und sonnigen Tage vom 27. Mai bis 1. Juni 2025 mit Unterkunft in Quartieren nahe dem Vatikan sehr genossen.

Das erste Highlight war die Audienz beim neuen Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz, wo wir ihn auf großen Leinwänden und bei der Vorbeifahrt im Papamobil sehr nah erleben konnten. Am Nachmittag konnten wir im Rahmen einer Bus-Tour (Hop on – Hop off) zu den Sehenswürdigkeiten von Rom einen guten Überblick über die italienische Hauptstadt gewinnen und historische wie neuzeitliche Bauwerke betrachten bzw. besichtigen. Der Tiber als Lebensader der Stadt hat die Architektur und den Brückenbau in Rom über die Jahrhunderte beeinflusst und zieht viele Menschen an.

Der nächste Tag stand für eine Fahrt nach Ostia oder zur freien Verfügung. Wir entschieden uns für eine Wanderung entlang der Aurelianischen Mauer aus dem 3. Jahrhundert nach Christus. Sie ist die bedeutendste Stadtmauer von Rom und wurde von den Kaisern Aurelius und Probus erbaut. Die Stadtmauer ist ein monumentales Bauwerk mit einer Länge von 19 km und noch fast vollständig erhalten. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden viele Teile wieder in den vermeintlich antiken Urzustand zurückversetzt und von mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Anbauten befreit.

Am Freitag stand die gemeinsame Prozession von der Piazza Pia entlang der Via Della Conciliazione und das Durchschreiten der im heiligen Jahr 2025 geöffneten Heiligen Pforte in den Petersdom auf dem Programm. Hier fand mit dem Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch eine hl. Messe der Schützengemeinschaft am Kathedra-Altar statt. Das Hauptthema seiner Predigt war das Sich-Einlassen der Gläubigen auf Erfahrungen mit ihren Mitmenschen und mit Gott.

Am Samstagmorgen fuhren wir sehr erwartungsvoll mit dem Bus zur Chiesa di San Sebastian an der Via Appia Antica außerhalb der Innenstadt Roms. Im Rahmen einer berührenden Messe, in der Erzbischof Dr. Koch das Vermächtnis unseres Schutzpatrons St. Sebastian erläuterte, wurden gemäß dem Leitspruch „Pro Deo – Pro Europa – Pro Vita“ neue Ritter auf ihre Aufgaben innerhalb der Ritterschaft vom heiligen Sebastian in Europa eingeschworen und durch Ritterschlag des Großmeisters Karl von Habsburg-Lothringen in den Orden aufgenommen.

Anschließend besichtigten wir die bis zu 12 m tiefen Katakomben unter der Basilika mit dem Grab unseres Schutzpatrons und tauchten hierbei in die verschiedenen Zeitalter der Grablegungen vor und in Zeiten des Christentums in zwölf, neun und sechs Metern Tiefe unter der Erdoberfläche ein. Am Nachmittag stand die Parade der 470 beteiligten Schützen von der Engelsburg zum Petersplatz unter Beteiligung der Blaskapellen vom Bodensee und aus der Nähe von München auf dem Programm.

Nach der Parade spielten die Musikkapellen für die auf dem Petersplatz im Carree aufgestellten Schützen einige Schützenmärsche, die Europa-Hymne und das Lied „Lobet den Herren“. Peter-Olaf Hoffmann, Generalsekretär der EGS, bedankte sich bei der großen Teilnehmerschaft dieser Wallfahrt für die tolle Gemeinschaft und die gute Stimmung und lud die Schützen zur Pasta-Party in den Garten des Restaurants „La Carovana an der Viale di Vigna Pia ein. Hier fand dieser großartige Tag der Schützen bei einem gemeinsamen Abendessen und musikalischer Begleitung der beiden Musikkapellen seinen bewegenden Ausklang. Dabei durfte natürlich der gemeinsame musikalische Vortrag des „Böhmischen Traumes“ unter gesanglicher Begleitung der Schützen nicht fehlen. Es herrschte eine tolle Atmosphäre unter den Teilnehmern beim geselligen Beisammensein und beim Austausch der Reiseerfahrungen. Bestehende Kontakte wurde intensiviert und neue Schützenfreundschaften wurden geknüpft.

Am Sonntagmorgen haben wir die von Papst Leo XIV zelebrierte Messe auf dem Petersplatz besucht, die mit dem Angelus-Gebet endete. Hiermit endete das vielseitige Programm der Europäischen Schützengemeinschaft. Nach dem Mittagessen traten die Teilnehmer – mit vielen Erinnerungen, materiellen Andenken und Fotos im Gepäck – ihre Heimreise an.

Diese Reise hat ihre Zielsetzung erbracht, die Gemeinschaft und den Auftrag der Schützen zu stärken, voll erfüllt. Bei mir haben der Austausch der Schützen und das gemeinsame Erleben der Messen und des Besuches am Grab unseres Schutzpatrons St. Sebastianus bleibende Eindrücke hinterlassen. Ich möchte daher unseren Schützen eine solche Wallfahrt nach Rom und zum Vatikan – erst recht in dieser unruhigen Zeit sehr empfehlen.

Mit Schützengruß

Robert Brintrup, Ehrenpräsident

 

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